Genealogie der Familie Schurmann: Ahnentafel     Ahnentafel quer

Genealogie der Familie Kiefer:     Ahnentafel1       Ahnentafel1 quer

                                                  Ahnentafel2       Ahnentafel2 quer


Den neuesten Stand enthält:  Die Kiefersippe  (allerdings ohne die derzeit lebenden Personen.)

Diese sind im Menüpunkt Familie privat zu finden (Passwort erforderlich.)

Es gibt aber eine Namensliste ohne weitere Informationen.

Letzte Meldung: 
(03.03.06)  Urahnen der Kiefer- Sippe im Schlesischen Wappenbuch gefunden

 

Aufsatz von Hermann Kiefer, einem Bruder Heinrich Kiefer's, geschrieben ca. 1946-1950

 

Unsere Familie    (von Hermann Kiefer)

Unsere Heimat Schlesien ging verloren, uraltes deutsches Land wird nun von den Polen beherrscht, 800 Jahre Geschichte sollen ausgelöscht sein... In eine andre deutsche Landschaft geflüchtet, heimatlos, ohne Besitz, ohne feste Stellung, nur geduldet von den Einheimischen, soll unsere engere Familie nun ein neues Leben beginnen…

Mit all meinen sonstigen wertvollen Papieren, mit unserem gesamten Hab und Gut verlor ich auch meine unfangreichen Aufzeichnungen über unsere Familie und ihre Ahnen. Die Ahnenforschung war mir mehr als ein Steckenpferd, eine Liebhaberei gewesen. Neben dem wissenschaftlichen Drang, Licht in die Vergangenheit zu bringen und in alten Büchern zu forschen ging es mir um die Verwurzelung der Familie in der Geschichte, um die Aufhellung ihres Werdeganges, um die Charaktere und Möglichkeiten, die sie birgt. Ich wollte Boden unter den Füssen haben und den Kindern und Kindeskindern Verantwortung vor ihrem Geschlecht lehren. Nun ist von diesen Tafeln und Mappen nichts geblieben als was ich in meinem Gedächtnis aufbewahrt habe. Und das ist nicht viel, da ich seit 4 Jahren mich damit kaum beschäftigt habe und als Soldat andere Aufgaben hatte. Mein gesamtes Material lag bei Förster Koschella in Eichenkamp (früher Smolnitz, jetzt wieder) bei Gleiwitz, dem Geburtsort von Oma Friedrich. Bruder Heinz hat das seine - er hatte meine alten Ahnentafeln - in einem Gut bei Zobten gelassen, aber wenigstens einen Ahnenpass gerettet. Schwester Thea hat nur die für die Beamtenlaufbahn notwendig gewesenen Urkunden bis zu den Großeltern zurück. Aber wir haben noch eine Quelle, aus der wir wenigstens die Angaben über unsere Kiefer- Stammlinie einmal ablesen können: Das Schlesische Wappenbuch. Als Muttels Bekannter Alfred Schellenberg dieses herausgab, entwarf Heinz ein Wappen für unsere Familie und ich gab die Stammlinie dazu. Dieses Buch müsste bei Wiedereröffnung der Universitäten usw. - Büchereien größerer deutscher Städte doch aufzufinden sein. Allerdings ist mir bei dem ältesten Ahnen Sosna- Kiefer mit Geburtsdatum ein Fehler durch Namensgleichheit unterlaufen, den ich erst bei späteren Untersuchungen in Pitschen/0berschlesien festgestellt habe.

Bei meinen Ahnenforschungen habe ich am Anfang auf der Steffe­- Seite auf den Stammtafeln meines Großvaters Heinrich Steffe, auf der Kiefer-Seite auf den Aufzeichnungen (ohne System) meines Onkels 2. Grades Pastor Robert Kiefer, früher Mittelwalde fußen können. Letzterer hat vielleicht vor 20 Jahren an einen großen Ahnenforscher Kiefer in Basel/Schweiz Material gegeben, das vielleicht auch nochmal ausgeschöpft werden kann. Dieser Forscher steht im "Verzeichnis der deutschen Sippenforscher“ Verlag Starke/Görlitz gleich in der Nähe meines Namens.

In dieser Zeit der Not, des bittersten Kampfes um Brot und Leben mag es müßig erscheinen, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Aber es ist keine sinnlose Beschäftigung; denn, wir müssen wieder Boden unter den Füßen bekommen, nicht nur materiell, sondern auch seelisch. Darum sollst Du es achten, mein Sohn Hermann, wenn Du einmal dieses liest, und die Aufgabe übernehmen, wenn Dein Vater dazu nicht mehr imstande ist. Unsere Familie darf und wird nicht untergehen und als Glied der Ahnenkette und der heut lebenden Sippe wollen wir uns immer beweisen.

 


M e i n e        A h n e n      (von Hermann Kiefer)

Zunächst werde ich mich mit meinen eigenen Ahnen beschäftigen und das Allgemeine zusammenstellen. Nach meinen Forschungen, die in Pitschen bis 1586, in anderen Orten bis zum 30jährigen Krieg zurück reichten, sind wir ein reindeutsches, schlesisches Geschlecht. Etwa 180 Ahnen kannte ich schon mit etwa 30 verschiedenen Familiennamen, und darunter waren nur ganz wenige, die auf po1nischen Ursprung deuten, wie Konczak aus der Groß- Wartenberger Gegend, Fiecok und die alte Pitschener Form unseres eigenen Geschlechternamens Sosna- Kiefer auf Polnisch. Es kommen auch Formen slawischer Herkunft vor wie Mischke, die längst eingedeutscht waren. Mit unserer eigenen Kieferlinie hat es eine besondere Bewandtnis. Sie läßt sich in der mittelschlesischen Stadt Festenberg, deren deutscher Charakter nie in Frage stand, als Kiefer bis zum Jahre 1720 zurückverfolgen. Damals heiratete der Fleischermeister Johann Kiefer, Sohn des Kürschnermeisters Johann Kiefer in Pitschen, im Alter von 28 Jahren. In Pitschen, ergab sich, daß in dem bezeichneten Jahre kein Kiefer geboren war (Kiefer's sind dort überhaupt unbekannt), sondern nur 2 Jan Sosna, der eine Sohn eines "lanio" Jan S.(Fleischer), der 2. Sohn eines "pellio" Jan S,(Kürschner). Nur der letztere konnte und musste unser Ahne Johann Kiefer sein. Die Identität der beiden ist nicht anfechtbar. Aus der Tatsache, daß dieser Jan Sosna sich Johann Kiefer nannte, sobald er in Festenberg auftrat, schließe ich, daß "Kiefer" der ursprüngliche Name des Geschlechts auch in Pitschen war, daß er aber durch den Vulgärnamen "Sosna" (polnisch die Umgangssprache der unteren Bevölkerung Pitschens) auch durch die oft polnisch gesinnten Pastoren Pitschens ersetzt wurde. Daß Pitschen eine im 13. Jahrhundert nach deutschem Recht ausgesetzte Stadt war, steht fest, daß die führenden Geschlechter, und die Sosnas gehörten zu ihnen, Deutsche waren, ebenso. Die alten ev. Kirchenbücher, die ich persönlich in Pitschen durchstudierte, sind ein Gemisch von Deutsch, Latein und einem alten Wasserpolnisch. 1589 war die Stadt in der gleichnamigen Schlacht zerstört worden. Bei dem Neuaufbau ist der älteste Sosna beteiligt gewesen. Wahrscheinlich kam er von dem Nachbardorf Roschkowitz, gegründet im 13. Jahr­hundert als Ruschkendorf.

Unsere Familie ist trotz der Herkunft der Kiefer aus Pitschen als mittelschlesische zu bezeichnen. Denn die Ahnen leben nörd­lich und südlich von Breslau. Das 1. Gebiet umschließt vor allem Oels, Festenberg und die Militscher Seenplatte, das 2. reicht vom Breslauer Weichbild bis in die Zobtener Gegend. Alle sonstigen Herkunftsorte sind isoliert und vor allem durch die Wanderungen der Handwerksgesellen hervorgerufen. Nämlich Pitschen vor 1720, Wunstorf (Hann.) vor 1801,  Döbeln (Sa.) vor 1720, Lauban, Bautzen und Zdung (Prov. Posen) nahe Militsch vor 1720. Aber auch in und rings um Breslau finden wir weit zurück schon unsere Ahnen. Der außerschlesische Einschlag ist als gering zu betrachten. Wir sind Glieder des nach der Wiederbesiedlung um 1200 entstandenen schlesischen Neustammes. Der Einfluß der Thielebars aus Wunstorf ist allerdings bedeutender als der zahlenmäßige Anteil. Großmutter Ida Steffe, meine Mutter Margarethe Kiefer-Steffe und auch unsere kl. Irmgard zeigen deutlich fälischen Einschlag.

Ich hatte die verschiedenen Familiennamen an Hand von Nomographien untersucht und einen überwiegenden Anteil der Berufsnamen festge­stellt. Auf außerschlesische Herkunft deutet Bayer.

Unsere Familie hat nur evangelische Ahnen. Daß sich einige nur in kath. Kirchbüchern finden, hat seinen Grund in dem Kirchzwang. Z.B. Rogan- Rosenan (kath.) und Rankan (ev.), Oltaschin (kath.) und Breslau- Salvator (ev.) bis ins 19. Jahrhundert nebeneinander. Die Berufe unserer Ahnen zeigen, daß wir aus dem "Volke" stammen und die soziale Aufwärtsentwicklung erst in den letzten Genera­tionen vor sich gegangen ist. Von Mutters Seite her bin ich schon der 4. Beamte: Kreisgerichtsbotenmeister Haenel, Generalland­schaftssekretär Steffe, Lehrer Kiefer, Studienrat Kiefer. Außer meinem Vater sind alle Kiefer- Vorfahren Handwerker gewesen, die Kiefer selbst Fleischer, der 1. Sosna Kürschner, die angeheirateten Festenberger Geschlechter weist Tuchmacher. In dieser Stadt stellen unsere Vorfahren sehr oft die Innungs(Zech-)meister der Fleischer und Tuchmacher. In Pitschen scheint das Geschlecht

der Sosna eine besondere Rolle gespielt zu haben. Georg (oder Jurga!) Sosna war Bader, Chirurgus und Ratsherr, ein andrer war studiert; die eigene Linie scheint aber nur aus Handwerkern be­standen zu haben. Großmutter Luise Kiefer, geb. Geyer brachte Geschlechter von Bauern (Gärtnern) in unsere Familie, nur ihr Vater war Müller. Großvater Heinrich Steffes Vater war Schuhmacher, dann folgen Haushälter (Tagelöhner) und Schäfer. Großmutter Steffes Ahnen führen auf Handwerker (Böttcher) und Frei­gärtner. Im ganzen gesehen lebten unsere Vorfahren kaum in der Großstadt (wie Breslau), sondern etwa zu gleichen Teilen auf dem Land und in der ländlichen Kleinstadt. Die städtische Luft machte frei, die Bauern waren bis nach 1810 unfreie Freigärtner, Hofgärtner o.ä. An noch nicht erwähnten Berufen kommen unter den Ahnen vor: Kammacher, Weber, Berufssoldaten, Waldhüter. Was sich kaum findet, waren ausgesprochene Kaufleute. Nur Großvater Kiefer war ein kaufmännisches Genie, der mit 40 Jahren seine Bäckerei an den Nagel hängte und Häuser baute. Ein Glöckner-Tuchmacher bezeichnete sich allerdings auch einmal als Tuchhändler. So spiegelt sich unsere Vorfahrenschaft getreu dem Aufbau unseres Volkes aus Berufen und Ständen wieder.

 

 

 

 

..